November 2013

28.11.2013 19:49

Ich stelle fest,  „The Bolshoi“, Bierchen und Sofa – perfekte Gesellschaft für’s Blog schreiben :-)

Ich lecke sozusagen grad meine Wunden – bin von Berlin zurück gekommen. Mal abgesehen davon, dass Berlin selbst schon ein Highlight ist, habe ich ein weiteres hinter mir. Ich habe mir ein Kunstwerk schaffen lassen! Von einem Menschen, der nicht von dieser Welt scheint. Ja, ich bin „fremd gegangen“. Meine bereits vorhandenen Tattoos, die mir nach wie vor gefallen(!), werden von einem großartigen Künstler in den Schatten gestellt. Und noch viel mehr - ich habe den leichten Verdacht, dass letztlich die vierte Sitzung erst angefixt hat… Ja, ich gebe es hochoffiziell zu: „Hallo ich heiße Katharina und ich bin süchtig nach Tattoos…!“ (in meinen Gedanken höre ich grad Stimmen, die mich mit „Hallo Katharina!“ begrüßen…).

Der Blick in den Spiegel nach der Sitzung hat mir fast ein paar Tränen gekostet. Wenn man weiß, welch Odyssee es bis hierher war und wie sehr ich mir gewünscht habe, einen Termin bei diesem Kerl zu bekommen, kann man das vielleicht annähernd verstehen (besonderer Dank nochmal an meine Begleitung, die mich auf den verrückten spontanen Kassel-Trip, mit dem erst alles so richtig begonnen hat, begleitet hat!!).

Ich musste mich am Tag nach der Sitzung erst mal davon überzeugen, ob das Werk wirklich noch da ist. Dem Spiegel sei Dank, welch „Überraschung“, es ist noch immer da! Nun bin ich mir sicher, dass sich so ein kleines Kind an Weihnachten fühlen muss. Plus das Ganze Hoch³! Und das Beste daran, Mitte Dezember geht’s zur nächsten Sitzung nach Berlin! Hatte ich schon erwähnt, dass Berlin wunderbar ist und ein Gefühl und …. Ok, kommen wir zum „Rahmenprogramm“ der letzten vier Wochen. Die Stimmen in meinem Kopf waren wieder seeehr fleißig…

 

Bewegende Gedanken – Teil 1

Wie läufst du denn rum? Bist du so etwas wie linksmotiviert oder Punk?“ Ich steh da und weiß gar nicht, was ich sagen soll. Welch Geschwätz ist das denn bitte??

„Schubladendenken“ dämmert es mir. „Zeig dich und ich sag dir, wer du bist und wie du tickst“. Wer kennt das nicht – innerhalb von Millisekunden wird beurteilt, wird in Schubladen gesteckt. Aber warum eigentlich?

Mir fällt auf, kaum fällt man aus der gesellschaftlichen Norm – ob in Wort oder Bild – schon steht man im Fokus und bekommt hautnah die Oberflächlichkeit der Menschheit mit. Herzlichen Glückwunsch an den angekratzten Glanz der vorstadtähnlichen-ach-so-perfekten-Klischee-Person! Sie sind der neundreiviertelmillionste Besucher am Hamsterrad der gesellschaftlichen Arroganz und dürfen dafür eine Ehrenrunde darin drehen! Der Preis? Lediglich ein abschätziger Blick, wahlweise auch eine arrogante, kommerzielle Floskel!

Ich für meinen Teil drehe den Spieß um und ziehe mal wieder das Positive daraus – ein paar Heuchler mehr sind entlarvt.

 

Bewegende Gedanken – Teil 2

„Sind die beiden ein Paar?“ werde ich gefragt, „weil Freunde tun das ja nicht so miteinander!“ – eine Aussage, die prinzipiell nur ‚schwarz‘ und ‚weiss‘ zulässt. Warum dreht sich so vieles um Prinzipien, Normen, Ansehen, Anstand? Es mag eine Menge Situationen geben, die solche festen Attribute erforderlich machen. Aber das Leben selbst ist kein Prinzip, nichts, was vorhersehbar und bestimmbar ist und „richtig läuft“. Die Menschheit neigt zu Erklärungen zu allem und jeder Situation. Alles muss einen Status haben und beim Namen benannt werden. Gefühlsmodalitäten fragen aber nicht nach sachlichen Gegebenheiten, Vorgaben oder ähnlichem. Jedem scheint das bewusst. Jedoch nur, wenn man selbst in einer verzwickten Situation steckt. Sobald man die emotionale Ebene verlässt und wieder beim Sachlichen ankommt, scheint man regelrecht „geblitzdingst“ zu sein – Unverständnis und „kluge“ Ratschläge sind die Folge. Dabei hat es nahezu schon jeder erlebt – die Grauzone. Nicht nur befreundet, aber auch nicht liiert; nicht in einer Beziehung, aber auch nicht getrennt; nicht nur Kollegen, aber auch nicht befreundet. Ich denke, die sog. Grauzone deckt viele Hektar im Leben ab. Und ist Grau nicht auch ne schöne Farbe, die jeder irgendwie mal zeitweise tragen kann?!

 

Bewegende Gedanken – Teil 3

„Vernunfts-Beziehungen“… Merkwürdig, wie häufig man solchen Beziehungen gegenübersteht. Menschen, die Bett, Zeit und Leben miteinander teilen, obwohl es alles andere als erfüllend ist. Oft sogar die Hölle auf Erden. Die Alternative dazu, nicht selten Seitensprünge, Mehrarbeit und Nebeneinanderher-leben. Ein Potpourri an Ausreden – Kinder, Finanzen, Verpflichtungsgefühl u. ä.  Erstes und zweites kann ich ja noch ein Stück weit verstehen, aber was ist mit dem Rest? Wie oft sind es Gewohnheit, fehlender Mut, Gedanken darüber, was andere denken könnten, Hoffnungsstrudel oder gar das Problem, nicht allein sein zu können?! Aber vielleicht ist es dem ein oder der anderen oft gar nicht bewusst, wie festgefahren sie sind und sehen nicht weiter als bis zur eigenen Wohnungstür. Ich bin die Letzte, die einfach so die Flinte ins Korn werfen würde, und mir ist klar, dass Beziehungen auch zwangsläufig eine Reihe von Kompromissen mit sich bringen. Aber wie viel von unserem Selbst dürfen wir dem Partner opfern bevor wir aufhören wir selbst zu sein? Und warum verhalten sich so viele Menschen katzenähnlich, indem sie so tun, als ob sie sieben Leben hätten? 

Ich denke, man sollte den Weg nur so lange gehen wie er einem selbst gut tut. Alles danach empfinde ich als Selbstaufgabe.

 

Bewegende Gedanken – Teil 4

„Zufallsbegegnung“ oder Partnervermittlung? Wer kennt sie nicht, ‚Elitepartner‘, ‚Parship‘ und Co. - Internetplattformen, die helfen sollen, den „passenden“ Partner zu finden. Im Zeitalter der Social Networks und der fehlenden Freizeit, ein gern gewähltes Mittel, um dem Singleleben den Garaus zu machen. Zugegeben, ich bin in dieser Hinsicht relativ konservativ und glaube noch an den Zauber der ersten „zufälligen“ Begegnung. Dennoch bin ich neugierig und setze mich mit dem Thema etwas auseinander, weil mich der Reiz an der Partnerwahl à la carte interessiert. Nein, ich habe keinen Selbstversuch gestartet, sondern die Informationen und Erlebnisse aus zuverlässiger Quelle. Es ist nicht unbedingt ein Schnäppchen, sich bei diesen Vermittlungen ein Profil zuzulegen. Sieht man das allerdings im Verhältnis, dass eventuell der Partner fürs Leben dabei rausspringen kann, möchte man davon großzügig absehen.

Es ist irgendwie schon fast etwas grotesk, einen Menschen nach einer imaginären Liste „abzurastern“, auszusuchen und zu daten bzw. einen Algorithmus „bestimmen“ zu lassen, welcher Mensch zu einem selbst am besten passt. Der Druck sowie die Erwartung, das Optimum fürs eigene Leben zu finden, sind enorm und lassen kaum Platz für Romantik. Das Fazit fällt somit nüchtern aus – Anziehungskraft, emotionale Aufruhr sowie Blicke  gehen nun mal weder von priorisierten Eigenschaften noch von Photos aus.

Es gibt in der Tat Menschen, die online zueinander finden. Aber ich denke dennoch, dass dies nicht ausschlaggebend häufiger vorkommt, als sich im realen Leben über den Weg zu laufen und zueinander zu finden. Und mal ganz ehrlich, dieses Herzklopfen dabei ist doch einfach wundervoll und unbezahlbar!

 

Bemerkenswert

Tagebücher – Es mag sich für viele arg nach einem „für kleine Mädels-Ding“ anhören. Bei näherer Betrachtung ist es aber ganz anders. Ich gebe zu, ich führe eines. Ich pflege, mein Erlebtes und meine Gefühle nieder zu schreiben. Es ist schön, sich mit Erlebtem nochmals ausgiebig auseinanderzusetzen und es irgendwann beim Durchblättern revue passieren zu lassen.

Ich bin diesen Monat auf sehr schöne Formen des Tagebuchschreibens gestoßen. Ob es der alltägliche Kalender in Buchform ist, in welchem Kinokarten oder Belege von einem schönen Restaurantbesuch geklebt werden , ob es Bücher sind, in welchen über Reisen, den Sport oder ausgefallene Hobbys geschrieben wird – es sind für mich alles schöne Werke und Sammlungen von Erlebtem. Und ich denke, dass es das alltägliche Leben etwas „entschleunigen“ kann. Außerdem fiel ein schöner Satz in dessen Verbindung – „Ich werde immer wissen, wann ich wo gewesen bin und was ich zu welchem Zeitpunkt gemacht habe – ich ziehe einfach eines meiner Tagebücher aus dem Schrank, blättere darin und erinnere mich.“ (sinngemäß aus dem Gedächtnisprotokoll ;-) ) Aber man hätte es nicht schöner ausdrücken können.

 

Worte, die zum Nachdenken angeregt haben

Weiß du, wann Menschen etwas als Herausforderung bezeichnen? Wenn sie etwas im Vorfeld rechtfertigen wollen, woran sie vermutlich scheitern (könnten).

 

Dinge, die das Leben (auch noch) lebenswerter machen

-       Freunde,  mit den man wirklich alles teilen kann – in guten wie in schlechten Zeiten

-       Herzklopfen

-       Singen (im Auto und unter Dusche) und  selbstverständlich ohne Zuhörer

-       Red Bull und Schokolade

-       Momente, in denen man sich selbst und vor allem bewusst fühlt

-       Die Art von Gesprächen und Gesprächspartnern, die Stunden nur so verfliegen lassen

-       Sport!

 

 Kategorie „Nicht empfehlenswert“

-       „November-Depression“

-       Beim Bild aufhängen eine Stromleitung treffen… In the best case sprühen Funken und die Sicherung fliegt raus! Und ja, danach muss die Wand aufgeklopft und die Leitung „geflickt“ werden… Und da musste ich wieder feststellen, ich habe die tollsten Vermieter – ohne Schimpfe wurde das Malheur behoben. Danke!!

 

Dinge, die man mal gemacht haben sollte

-       Samstags im Breuningerland einkaufen gehen - quasi nichts los... Am Wenigstens auf dem in zwei Kilometern entfernten Parkplatz, auf dem man parken muss, weil im Bereich des Einkaufszentrums Verkehrschaos ausgebricht…

-       Autofahren in Berlin! Überraschenderweise völlig entspannt. Da ist Breuni samstags deutlich stressiger!

 

Arbeit

Ich habe meine Prioritäten darauf gelegt, über anderes zu schreiben.

 

Buchtipp

Die perfekte Liebhaberin – Lou Paget

 

Nachtgedanken

Wann ist ein Kompliment ein solches? Liegt es im Gehör des Angesprochenen, am „Autor“ oder an der Sensibilität des Einzelnen? Wann ist es angebracht bzw. erforderlich? Wann trägt es einen Mitleids-Charakter und wirkt gar unglaubwürdig? Und warum geizt man damit so sehr? Sollte man nicht einfach großzügiger mit verbalen, ehrlich gemeinten Nettigkeiten sein?!

 

Fazit

Neue  tolle Menschen kennen lernen, aber auch mit den bereits bekannten schöne Zeiten erleben zu dürfen – beides etwas Großartiges.